Unsere Referenzzentralen & Labors

Nationale Referenzzentrale für Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae

Meningokokken

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die ausschließlich beim Menschen vorkommen. Sie können die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raumes besiedeln, ohne Krankheitssymptome auszulösen. Kommt es jedoch zur Erkrankung, so kann der Verlauf einer Meningokokken-Infektion zu bleibenden Schäden führen oder sogar tödlich sein.

Meningokokken verursachen hauptsächlich Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) und/oder Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis). Die Inkubationszeit (Zeit der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome) beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage, kann aber bis zu 10 Tagen dauern.

Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten, jedoch sind sie vermehrt bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen zu beobachten. Die Krankheit kann sich sehr schnell entwickeln.

Die Entwicklung einer Erkrankung tritt selten und zumeist nur sporadisch auf. In Österreich werden etwa 0,3 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen und Jahr registriert (Daten der Nationalen Referenzzentrale von 2019).

Pneumokokken

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) -Infektionen treten zu allen Jahreszeiten auf, zeigen allerdings einen saisonalen Peak in den Wintermonaten bzw. im Frühjahr. Pneumokokken sind ein Teil der normalen Flora des oberen Respirationstraktes. Die Kolonisierung des Nasopharynx erfolgt schon im Kleinkindalter, meist während der ersten beiden Lebensjahre und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die Besiedelung dauert meist einige Wochen an, kann aber auch bis zu 30 Wochen andauern.

Pneumokokken können durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Infektion ist häufig endogen und wird durch eine herabgesetzte Immunitätslage gefördert.

Die Inzidenz invasiver Pneumokokken-Erkrankungen weist zwei Gipfel auf. Besonders gefährdet sind Kinder unter 2 Jahren und ältere Menschen, aber auch Personen mit Immunschwäche und anderen Grundkrankheiten wie kardiopulmonalen Erkrankungen, vorausgegangenen Infektionen (z.B. Influenza), Zustand nach Milzexstirpation oder Komplementdefekten.

Pneumokokken-Erkrankungen sind in Österreich sehr häufig, sie werden aber nicht immer als solche erfasst, da lediglich invasive Erkrankungen meldepflichtig sind (6,9 Fälle registrierter invasiver Pneumokokken-Infektionen pro 100.000 Einwohner:innen, Daten der Nationalen Referenzzentrale von 2019).

Haemophilus influenzae

Haemophilus influenzae-Erkrankungen kommen weltweit vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt, d.h. durch Husten, Niesen, körpernahen Sprechkontakt oder Küssen. Haemophilus influenzae (H. influenzae) besiedelt den Nasen-Rachen-Raum zumeist ohne eine Erkrankung auszulösen. Diese Kolonisierung des Nasopharynx kann bis zu einigen Wochen andauern.

Zur Erkrankung kann es bei geschwächtem bzw. nicht vollständig entwickeltem Immunsystem, wie etwa bei Kindern unter 5 Jahren, bei älteren Personen und bei anderen Menschen mit einer Immunschwäche kommen.

Unsere Leistungen

Zu den Aufgaben der Nationale Referenzzentrale gehören die epidemiologische Überwachung invasiver Meningokokken-, Pneumokokken bzw. Haemophilus influenzae-Erkrankungen, dementsprechend die Typisierung und Antibiotikaresistenzbestimmung aller in Österreich isolierten Isolate. Zudem werden Spezialuntersuchungen wie der molekularbiologische Nachweis und die molekularbiologische Typisierung durchgeführt. Die seit 2002 geführte Stammsammlung umfasst einige hundert Isolate.

Bei Haemophilus influenzae:

  • kulturelle Anzucht, Antibiotika-Resistenzbestimmung

  • Typisierung mittels Objektträgeragglutination

  • Serotypisierung (a-f) mittels Real-Time PCR

Bei Pneumokokken:

  • kulturelle Anzucht, Antibiotika-Resistenzbestimmung
  • Serotypisierung mittels Latexagglutination und Neufeld-Quellungsreaktion
  • Sequenz-basierte Typisierung mittels Sanger Sequencing

Bei Meningokokken:

  • Primärdiagnostik mittels Real-Time PCR
  • kulturelle Anzucht, Antibiotika-Resistenzbestimmung
  • Typisierung mittels Objektträgeragglutination
  • Sequenz-basierte Typisierung mittels Whole Genome Sequencing

Leitung

Mag. Claudia Mikula-Pratschke

Aktualisiert: 25.04.2022

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